JJS VORSTAND

Christoph GütermannPräsident
Christoph Gütermann, Präsident: geb. 1947, nach dem Studium an den Universitäten in Wien, Genf und London seit 1976 im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Zunächst als Entwicklungshelfer fünf Jahre in Burkina Faso, dann Projektkoordinator in einer Firma, die Projekte im Auftrag des österreichischen Aussenministeriums durchführte. Schliesslich Gründer und Leiter einer eigenen Firma mit denselben Aufgaben (https://www.austroprojekt.eu). Am Ende meiner Laufbahn war ich noch 10 Jahre lang Universitätslektor für „Internationale Entwicklung“ in Wien und beschäftige mich seit meiner Pensionierung neben journalistischen Tätigkeiten mit Initiativen, die die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd zum Thema haben -so auch JJS.
Kurt RäberVizepräsident, Aktuar
geb. 1955, Sekundarlehrer, nach 16 Jahren Unterrichtstätigkeit Wechsel in die Privatwirtschaft. Eine Anstellung bei Mobility CarSharing in verschiedenen Funktionen endet mit berufsbegleitender Weiterbildung und Abschluss als Kaufmann. Daraufhin Tätigkeit im Bildungsdepartement des Kantons Aargau als Teamleiter bis zur Pensionierung. Daneben Gründer des Vereins Mitenand-Laden Beromünster, welcher seit über 30 Jahren Fair-Trade-Artikel aus Entwicklungsländern verkauft. Zwischenzeitlich Mitglied der Synode (Legislative) der Landeskirche und Pfarreiratspräsident.
Norbert SondereggerKassier
geb. 1967. Berufsbegleitendes Studium zum Betriebswirtschafter HF und zum Eidg. Dipl. Treuhandexperten. Heute selbständig im Treuhandwesen tätig. Als ich 45 Jahre alt war, verstarb meine Frau an Krebs. Ich wurde früh Witwer und alleinerziehender Vater, unserer damals 9-jährigen Tochter. Ich weiss, wie schwer es ist, ist in unseren Breitengraden, eine solche Situation zu meistern. Ich kann mir aber nur vorstellen, wie schwer es ist, in Burundi, alleinerziehend oder als Waise ohne Geld ein Leben aufzubauen – deshalb engagiere ich mich für JJS.
Jean Mutamba Programmkoordinator
geb. 1950 im Kongo, nach der Primarschule im Kongo (ehemals Zaire) kam ich in der Schweiz, studierte Agronomie dank eines Stipendiums an der ETH Zürich, wo ich in 1974 als Ing. agr. promovierte. Nach dem Nachdiplomstudium über Entwicklungsländer (1976), arbeitete ich bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2015 in verschiedenen Ländern als Entwicklungshelfer oder in der Humanitäre Hilfe. Mein erster Einsatz war im Tschad, wohin ich von SWISSAID als Projekt Koordinator für Landwirtschaftsschulen gesandt wurde. Es folgten dann 12 weitere Einsätze mit verschiedenen Funktionen in verschiedenen Ländern: Kamerun, Guinea-Bissau, Burundi, Rwanda Humanitäre Hilfe (HH), Somalia (HH), Tanzania, Mozambique, Burundi (HH), Guinea Conakry (HH), Mozambique, Haiti (HH), Afghanistan (HH). Seit meiner Pensionierung 2015 habe ich mich für die Unterstützung des Gemeinschaftszentrums CCI in Rumonge, Burundi eingesetzt und an der Gründung der Vereine JJS, CCI und W2S mitgewirkt.

GESCHICHTE

Alles fing damit an, dass Jean Mutamba von 1988 bis 1994 als Projektleiter in einem Programm zur Förderung des standortgerechten Landbaus der österreichischen EZA in der Provinz Rumonge am Ufer des Tanganjika-Sees in Burundi arbeitete. Neben seiner Arbeit als Projektleiter begann Jean auch – als private Initiative – junge Menschen in ihrer Schulausbildung zu unterstützen.
Dazu muss man wissen, dass die Bevölkerung Burundis in diesen Jahren (und auch noch lange danach) von Unruhen und ethnosozialen Konflikten – bis hin zum offenen Bürgerkrieg – geplagt war. Schulbildung war keineswegs gratis und überhaupt, vor allem, was die Sekundarschulen und Universitäten betraf, der damals herrschenden Minderheit vorbehalten.
Daneben erwarb Jean im Laufe der Jahre einige Parzellen in Rumonge, auf denen zunächst ein Hotel mit angeschlossenem Restaurant entstehen sollte. Schon damals war dieses Projekt partizipativ angelegt und sollte den lokalen Mitgliedern des CCI – Centre communautaire ITEBA, ein Gemeinschaftszentrum von Mitarbeitern und Freunden Jean Mutambas – dienen.
Nach ursprünglich positiven Anfängen schliefen die Aktivitäten während der Abwesenheit Jeans in den darauffolgenden Jahren wieder ein. Burundi war in dieser Zeit auch einem internationalem Embargo ausgesetzt und Kontakte aus dem Ausland aufrecht zu erhalten, war sehr schwierig.Nach einem ersten Wiederbelebungsversuch Anfang der 2000er Jahre, als Jean Mutamba als Koordinator des Schweizer Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) für die ganze „Region der Grossen Seen“ fungierte, fing es erst 2015 wieder richtig an.
Jean sammelte Material und Spenden, um damit seinen burundischen Freunden, die Möglichkeit zu geben, eigene Initiativen zu realisieren. Unter diesen Freunden waren auch ehemalige Stipendienempfänger aus den 90er Jahren, allen voran der aktuelle Präsident des CCI: Ramadhani Sintuka.
Bald stellte es sich heraus, dass diese Aktivitäten nicht nur in Burundi, sondern auch in der Schweiz (und in Europa) eines institutionellen Rahmens bedurften, um diese Initiativen nachhaltig zu machen. So entstand 2016 der Verein JJS. Und mit ihm entstand auch das Stipendienprogramm wieder.
CCI bekam 2019 ein legalen Status, d.h. die offizielle Anerkennung als nicht-gewinnorientierte Vereinigung durch die Regierung Burundis. Beim Verein JJS in der Schweiz dauerte es allerdings bis zum Sommer 2022, bis wir die erste Versammlung mit physischer Präsenz der Mitglieder abhalten konnten. Auch ein Vereinskonto haben wir zu diesem Anlass einrichten können.

Da sind wir nun: der Vorstand besteht aus vier (leider nur) Männern: Christoph Gütermann als Präsidenten, Kurt Räber als Schriftführer (Aktuar), Nobert Sonderegger als Kassier und natürlich Jean Mutamba als Programmkoordinator.
Nachdem wir insgesamt noch wenige sind, laden wir alle Interessierten ein, Mitglied bei uns zu werden. Der Beitrag beträgt nur 75CHF/€ im Jahr für gewöhnliche Mitglieder, das Vierfache (300CHF/€) für Gönner. Als „Gegenleistung“ können wir die Mitgestaltung eines interessanten, weil wirklich basisorientierten und somit effizienten Programms zur Unterstützung des bedürftigsten Teils der Bevölkerung eines der am meisten benachteiligten Länder auf dieser Welt anbieten. Selten kommt ein so hoher Prozentsatz des gespendeten Geldes direkt den Begünstigten zugute.

JJS hat beschlossen, aus allen von Jean Mutamba lancierten Aktivitäten in Burundi in einem ersten Schritt das Stipendienprogramm zu fördern. In näherer Zukunft können wir uns vorstellen – wenn es uns unsere Finanzen erlauben – auch weitere soziale Projekte, vornehmlich auf dem Gebiet der Ausbildung zu unterstützen.